Der langjährige Amtsleiter Wolfgang Franke geht in den Ruhestand, seine Nachfolgerin wird Anika Störner aus Zimmerhof.
Nach über 40 Jahren Tätigkeit in der Stadtverwaltung Bad Rappenau, davon mehr als 26 Jahre an der Spitze des Hauptamtes, verabschiedet sich Amtsleiter Wolfgang Franke mit Ablauf des 31.10.2026 offiziell in den Ruhestand.
Am 01.10.1982 begann Wolfgang Franke seinen Vorbereitungsdienst zum Diplom-Verwaltungswirt bei der Stadt Bad Rappenau und wurde nach Abschluss seines Studiums an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg in den Dienst der Stadt übernommen. Zunächst war vorgesehen, dass er im Ordnungsamt die Durchführung der Volkszählung 1987 übernimmt. Aufgrund des Personalbedarfs im Hauptamt wurden Herrn Franke aber die Aufgaben der Sachgebiete Schule, Kultur und Sport sowie die Bauleitplanung übertragen.
1989 übernahm Wolfgang Franke auch die Verwaltung des neu eröffneten Kulturhauses „Forum Fränkischer Hof“ und wurde damit Ansprechpartner für die dort untergebrachten Einrichtungen: die Stadtbücherei, die vhs-Außenstelle, die Musikschule, die Stadtkapelle und das Museum. Viele Jahre lang organisierte Wolfgang Franke das Stadtfest und andere Veranstaltungen, wie den Empfang für das Ehrenamt und die Sportlerehrungen. Er kümmerte sich um Presseberichte und Öffentlichkeitsarbeit und war verantwortlich für das Mitteilungsblatt. Neben den Schulen zählten die Kindergärten zu seinem Aufgabengebiet, ebenso die Betreuung der örtlichen Vereine und die Belegung der städtischen Räume und Sporthallen.
Im Jahr 2000 wurde Wolfgang Franke vom Gemeinderat zum Leiter des Hauptamtes gewählt und übernahm damit auch die Geschäftsstelle des Gemeinderates. Zu seinen Aufgaben zählte daneben die Stadtentwicklung und -sanierung sowie ÖPNV-Projekte wie die Einführung der Stadtbahn. Die Sanierung der Raiffeisenstraße mit der Verlagerung des Kornhauses und dem Bau des Stadtcarrés, der neuen Südstraße sowie der Fußgängerunterführung am Bahnhof zählt er zu den größten Herausforderungen seiner Amtszeit. Auch bei der Ortskernsanierung in Bonfeld hat Wolfgang Frankes Wirken dauerhafte Spuren hinterlassen.
Als Hauptamtsleiter war Wolfgang Franke auch Vertreter des Oberbürgermeisters im Amt, insofern war der – unerwartete – Bürgermeisterwechsel von Gerd Zimmermann zu Hans Heribert Blättgen um die Jahreswende 2001 / 2002 eine erste große Herausforderung in seiner Amtszeit. Quasi von einem Tag auf den anderen stand Wolfgang Franke an vorderster Front und musste sich um die Übergabe der Amtsgeschäfte kümmern. Wenn eine Führungspersönlichkeit gebraucht wurde, war er zur Stelle: So auch 2003, als er zusätzlich zum Hauptamt den Posten als Geschäftsführer der Bad Rappenauer Touristik und Bäder GmbH (BTB) kommissarisch übernahm oder 2015 bis Februar 2017, als er als kommissarischer Leiter des Hochbauamts einsprang.
Am 03.10.2021 konnte Wolfgang Franke sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern. Über 40 Jahre lang war er auch Geschäftsführer der Betriebssportgemeinschaft der Stadt Bad Rappenau und hat Turniere, Treffen und Ausflüge geplant und organisiert.
Zu den Meilensteinen in Wolfgang Frankes Verwaltungstätigkeit zählen: die Eröffnung des Kulturhauses 1989, die „Verwaltungshilfe“ für die sächsische Kleinstadt Schönheide ab 1990 (bis heute hält er informellen Kontakt), die Schiffstaufe und In-Dienst-Stellung des Minenjagdbootes Bad Rappenau 1993/94, die Aufnahme der offiziellen Städtepartnerschaft mit Llandrindod Wells in Wales 2001, die Durchführung der Heimattage 2001, die Kurkrise um die Jahrtausendwende, die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau 2008, die Einrichtung der Verbundschule 2013, die Herausforderungen während der Corona-Pandemie 2020-22 oder der Ausbau von Kinderbetreuung und Schulen samt Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz und Einführung der verpflichtenden Ganztagsschule.
Was hat ihm in seinem Beruf am meisten Spaß gemacht? „Das war die Stadtentwicklung, vor allem die Sanierung der Raiffeisenstraße und die Ortskernsanierung in Bonfeld, aber auch Veranstaltungen wie das U-Boot-Fest 2024“, so Wolfgang Franke.
In drei Verwaltungsgebäuden war er tätig: im Wasserschloss, im mittlerweile abgerissenen Benger-Gebäude in der Raiffeisenstraße und seit Dezember 2000 im Rathaus in der Stadtmitte. Ebenso hat er mit drei (Ober-)bürgermeistern zusammengearbeitet: Gerd Zimmermann bis 2002, Hans Heribert Blättgen (2002 – 2018) und Sebastian Frei (seit 2018).
Zuletzt war Wolfgang Franke verantwortlich für fast 40 Mitarbeiter im Hauptamt, einschließlich der Gäste-Information, und darüber hinaus für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zugeordneten Einrichtungen: vier städtische Kindergärten, insgesamt 11 Kernzeitbetreuungen sowie der städtische Kinderhort, die Sekretariate der Schulen im Stadtgebiet, das Jugendhaus und die Stadtbücherei, also für insgesamt über 210 Mitarbeiter.
Neben seiner langjährigen Erfahrung und hervorragenden Vernetzung vor Ort sowie in andere Behörden und Institutionen verfügt Wolfgang Franke über großen Sachverstand und viel Einfühlungsvermögen. Mit praktischen Ideen und kreativen Ansätze löste er manches Problem, an dem andere gescheitert waren. Er ist kontaktfreudig und offen. Inner- und außerhalb des Rathauses war sein Rat gefragt, aber auch seine deutlichen und direkten Worte, wenn sie nötig waren. Wolfgang Franke wird seinen Kollegen fehlen.
Und was wird ihm fehlen, wenn er Ende September das Rathaus verlässt, um seinen Resturlaub anzutreten? „Die Kollegen des Hauptamtes, die Menschen und Gespräche, die Gemeinschaft“, zählt er auf. Aber natürlich gibt es auch vieles, auf das er sich in seinem Ruhestand freut: „Nicht mehr `funktionieren´ müssen und Zeit für Dinge zu haben, die man derzeit nicht hat, vor allem auch unter der Woche, wie Radfahren an Kocher und Jagst oder Wandern.“ Mit seiner Frau Tina will er mehr Zeit auf Reisen mit dem Wohnmobil verbringen und Europa entdecken „Pura Vida sagt man dazu in Costa Rica.“

Schon vor ihrem Amtsantritt war Anika Störner regelmäßig im Rathaus, wo Wolfgang Franke seine Erfahrungen weitergab (Foto: Stadt Bad Rappenau)
Nachfolgerin von Wolfgang Franke wird ab 01.10.2026 Anika Störner aus Zimmerhof. Am 21.05.2026 wurde sie vom Gemeinderat zur neuen Leiterin des Hauptamts gewählt.
Auf ihre neue Aufgabe ist sie in vielerlei Hinsicht gut vorbereitet: Von Mai 2014 bis Juli 2026 war Anika Störner für die SPD Mitglied des Gemeinderates Bad Rappenau und hat in verschiedenen Ausschüssen mitgearbeitet, u.a. im Finanz- und Verwaltungsausschuss. Seit 2019 war sie darüber hinaus stellvertretende Sprecherin der SPD-Fraktion. Damit kennt sie die wichtigen Themen der Stadt und hat sich bereits intensiv mit ihnen auseinandergesetzt. Anika Störner ist in Bad Rappenau aufgewachsen und seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv, u.a. beim HCV, beim Partnerschaftsförderverein oder beim TSV Heinsheim.
Anika Störner verfügt über eine fundierte Verwaltungsausbildung und viel Erfahrung im Beruf. Nach dem Abschluss als Bachelor of Arts - Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg absolvierte sie ein Studium zum Master of Arts - Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl.
Im Anschluss war sie zunächst bei der Stadt Mannheim in der Stabstelle für Grundsatzangelegenheiten, Kommunikation und Veranstaltungen im Fachbereich Bildung tätig als Referentin der Fachbereichsleitung. Zu ihren Aufgaben zählte die Koordination des Internetauftritts des Fachbereichs, die Formulierung von Reden und die Vorbereitung von Terminen für den Oberbürgermeister und die Bildungsbürgermeisterin, ebenso die Organisation von Veranstaltungen für die Mitarbeiter und Führungskräfte des Fachbereichs.
Von Mannheim wechselte Anika Störner ins Hauptamt der Stadt Sinsheim, wo sie als Sachbearbeiterin unter anderem die Aufgaben der Geschäftsstelle des Gemeinderats mit Protokollführung und Betreuung der Ratsinformationssysteme übernahm. Sie war verantwortlich für die Einführung der digitalen Ratsarbeit und Ansprechpartnerin für kommunalrechtliche Fragestellungen. Darüber hinaus kümmerte sie sich um die Organisation und Durchführung von Wahlen.
Zuletzt war Anika Störner bei der Stadt Neckarsulm beschäftigt, wo sie zunächst die stellvertretende Leitung des Kultur- und Sportamts innehatte und u.a. für die Sportentwicklungsplanung, die Weiterentwicklung der Ballei und die Betreuung der Städtepartnerschaften zuständig war. Auch war sie Bindeglied zwischen Stadt und Vereinen zur Organisation des Ganzhornfestes. Später übernahm sie die Leitung des Büros des Oberbürgermeisters bei der Stadt Neckarsulm. Als Referentin des Oberbürgermeisters war Anika Störner für die Vorbereitung von Terminen und Reden und die Leitung der Geschäftsstelle Gemeinderat verantwortlich. Auch die Pressestelle, das Stadtmarketing und das Citymanagement gehörten zu ihrem Aufgabenbereich.
Nebenberuflich ist Anika Störner als Dozentin für Kommunalrecht an der Verwaltungsschule des Gemeindetags Baden-Württemberg tätig.
Die Leitung des Hauptamtes der Stadt Bad Rappenau bezeichnet Anika Störner als „Traumstelle“ und ergänzt: „Das Aufgabengebiet im Hauptamt passt genau zu meinem bisherigen Werdegang und für mich ist es eine besondere Ehre, künftig für meine Heimatstadt zu arbeiten und diese hauptamtlich weiterzuentwickeln.“
Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sieht sie darin, Bad Rappenau zukunftsfähig aufzustellen, v.a. im Hinblick auf die Aufgabenfülle und die weniger werdenden Finanzen, sowie in der Digitalisierung der Verwaltung, intern und extern. Und worauf freut sie sich besonders? „Auf den deutlich kürzeren Arbeitsweg, für meine Heimatstadt arbeiten zu dürfen und darauf, die Projekte, die ich noch als Gemeinderat angestoßen habe, `auf der anderen Seite´ weiter zu begleiten“, zählt Anika Störner auf.
In den vergangenen Monaten hat sich Anika Störner bereits intensiv auf ihr neues Amt vorbereitet, war regelmäßig im Rathaus, um sich bei ihrem Vorgänger über Aufgaben, Abläufe und Zuständigkeiten zu informieren und um an Terminen und Besprechungen teilzunehmen. Ihre künftigen Mitarbeiter kennt sie größtenteils schon aus ihrer Tätigkeit als Gemeinderätin.
Dem langjährigen Hauptamtsleiter Wolfgang Franke wünschen wir einen erholsamen Ruhestand mit spannenden, neuen Erlebnissen und freuen uns auf ein Wiedersehen außerhalb des Rathauses.
Der neuen Hauptamtsleiterin Anika Störner wünschen wir viel Freude und Erfolg mit ihren neuen Aufgaben und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit.
Einen Bericht über die Verabschiedung von Wolfgang Franke im Gemeinderat finden sie hier.